Depilan: Zwischen Schock und Gewöhnung – Eine Analyse
1. Einleitung
Manchmal stolpert man unerwartet über Werbung, die einen aus dem Alltag herausreißt. Genau das geschah mir, als ich verschlafen in der U-Bahn-Zeitung blätterte und plötzlich eine Pflegeprodukt-Werbung von Depilan sah. Was mich jedoch zum Innehalten brachte, war nicht das Produkt selbst, sondern das Model auf der Anzeige – splitterfasernackt. Ein Skandal? Nein, vielmehr ein Aufreger, der wie selbstverständlich an mir vorbeizog. Doch was sagt das über uns als Gesellschaft aus? Sind wir durch die Schockwerbung der letzten Jahre so abgestumpft, dass solche Bilder kaum noch Reaktionen hervorrufen?
2. Die Depilan-Anzeige
Wer steckt hinter der freizügigen Kampagne? Kein Unbekannter: Die Firma Depilan, die in der Vergangenheit immer wieder durch ihre provokanten Werbekampagnen aufgefallen ist. Was diese Anzeige besonders macht, ist die Inszenierung des Models. Es wird nicht als „Objekt der Begierde" dargestellt, sondern steht vielmehr als Symbol für den „perfekt enthaarten" Körper. Das eigentliche Produkt bleibt dabei im Fokus: Depilan bewirbt seine Enthaarungsprodukte mit Naturkosmetik.
Falls Sie neugierig sind und die Produkte testen möchten, werfen Sie einen Blick auf die Depilan Enthaarungsprodukte.
3. Schockwerbung und Gesellschaft
Was macht Schockwerbung so wirkungsvoll? Sie bricht bewusst gesellschaftliche Normen und setzt auf Reize, die Aufmerksamkeit erzeugen. Doch in einer Zeit, in der wir ständig von Werbung überflutet werden, scheinen selbst nackte Körper nicht mehr den gewünschten Effekt zu erzielen. Stattdessen nehmen wir solche Anzeigen oft nur noch beiläufig wahr.
In den 1990er Jahren galten Kampagnen wie die von Benetton als bahnbrechend, weil sie durch schockierende Bilder gesellschaftliche Debatten anregten. Heute hingegen sind wir an provokative Inhalte gewöhnt, was den Werbetreibenden die Aufgabe erschwert, aus der Masse herauszustechen. Vielleicht liegt genau hier der Grund, warum ich die Anzeige zunächst ohne Aufreger überblättert habe. Es fehlt der Überraschungseffekt – oder sind wir einfach zu abgestumpft?
4. Fazit
Die Depilan-Anzeige wirft interessante Fragen auf: Wie sehr beeinflusst uns Schockwerbung noch? Und warum hat sie in diesem Fall so wenig Reaktionen hervorgerufen? Eines steht fest: Die Werbung erreicht ihr Ziel – sie bleibt im Kopf, ob man will oder nicht. Doch die Wirkung auf den Einzelnen ist so individuell wie die Werbung selbst.
In einer Welt, in der Aufmerksamkeit ein knappes Gut ist, bleibt Schockwerbung weiterhin ein beliebtes Mittel der Markenkommunikation. Allerdings müssen Unternehmen heute kreativer sein, um nicht nur aufzufallen, sondern auch positiv in Erinnerung zu bleiben.
Wie steht ihr zu solchen Kampagnen? Hinterlasst uns gerne einen Kommentar oder schickt uns eure Meinung per E-Mail an werbefluch@gmail.com. Wir freuen uns auf eure Beiträge!

Interessante Beobachtung. Die Erklärung scheint nachvollziehbar. Oder vielleicht nur eine Momentaufnahme? Mir sind die Anzeigen von denen, ehrlich gesagt, noch nie so aufgefallen. Jetzt vielleicht öfter. Behalte die Sache im Auge...
AntwortenLöschenNacktheit in Werbung und Kommunikation kann ja - seitens Auftraggeber und Agentur - ganz unterschiedliche Beweggründe haben: Ja, zum einen "billige" Impact-Heischerei; man versucht mittels Darstellung nackter Körper ganz einfach "durchzudringen", aus dem Botschaftsbombardement herauszustechen, Aufmerksamkeit um jeden Preis zu erringen, auch wenn das beworbene Produkt keinerlei Konnex zur Nacktheit hat.
AntwortenLöschenIm Falle von DEPILAN liegt die Sache anders: Es handelt sich um ein Enthaarungssystem, wobei Intimenthaarung eine wichtige Produktvariante ist. Die Abbildung nackter Körper ist in diesem Fall also r e l e v a n t - das ist schon mal ein wesentlicher Unterschied zu anderen Pin-ups. Wenn man dann noch auf den sog. Consumer Benefit von Enthaarungsprodukten abstellt, wird diese Relevanz dramatisch bestätigt: Man enthaart, insbes. im Intimbereich, um sexuell attraktiv zu sein. Das lässt sich ebenso wenig bestreiten, wie die Tatsache, dass schöne, nackte, makellos enthaarte Körper diesen Nutzen perfekt transportieren.